Clean Tech

Clean Technologies - kurz: Clean Tech - sind die zeitgemäße Antwort auf eine der größten weltweiten Herausforderungen: Nachhaltige Entwicklung für klima- und ressourcenschonendes Wirtschaftswachstum.

Clean Tech beinhaltet im Kern die Erneuerbaren Energien. Aber Clean Tech bedeutet noch viel mehr: Innovative Antriebssysteme, Einsatz neuer Materialien vor allem für den Leichtbau, Verbindung von Biotechnologien und Industrie, Anwendung ressourceneffizienter Verfahren und viele mehr.

Brandenburg hat diese Herausforderung angenommen und zählt mittlerweile zu den Vorreitern in Deutschland auf dem Gebiet Clean Tech. 2008 wurde Brandenburg mit dem „Leitstern“ als bestes Bundesland im Bereich Erneuerbare Energien ausgezeichnet.

Als Kern des „Powerhouse Eastern Germany“ setzt Brandenburg auf Investitionen und Innovationen in Clean Tech. Die ZAB ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH hat zur Unterstützung dieses Prozesses eine branchenübergreifende Task Force „Clean Tech“ eingerichtet.

Was zeichnet die Clean Tech-Region Brandenburg aus?

Fast jedes zweite deutsche Solarmodul kommt aus Brandenburg. In einem einzigartigen Ansiedlungsboom haben international renommierte PV-Unternehmen wie First Solar, Conergy, Odersun, Nanosolar, Aleo Solar, Johanna Solar, Algatec oder EPV Solar in wenigen Jahren mehr als 2.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Auch im Einsatz von Solartechnologien ist die Region ganz vorn: In der Lieberoser Heide ist die weltweit zweitgrößte Solar-Freiflächenanlage entstanden - 700.000 Solarmodule mit einer installierten Leistung von 53 MW auf einer Fläche der Größe von 210 Fußballfeldern. Eine weitere PV-Großanlage mit 41 MW Leistung entsteht im südbrandenburgischen Lichterfeld (Elbe-Elster). In Nordbrandenburg ist auf einer Dachfläche von 100.000 m² die größte Photovoltaik-Dachanlage aus Dünnschichtmodulen errichtet worden und in Eberswalde das größte Solar-Carport.

Mit einer installierten Leistung von über 3.500 MW ist Brandenburg das Windenergieland Nummer 2 in Deutschland. In der Region werden hochinnovative Lösungen entwickelt: In Dauerthal errichtet die Enertrag AG das erste Wasserstoff-Wind-Biogas-Hybridkraftwerk der Welt. Dieses Pilotprojekt ist ein Meilenstein auf dem Weg, regenerative Energien grundlastfähig zu machen.

Ein Meilenstein auf dem Weg zur klimafreundlichen Nutzung fossiler Energiequellen kann die „Carbon Capture and Storage“-Technologie (CCS) werden. Sie ermöglicht die Abscheidung von Kohlendioxid bei der Braunkohleverstromung. Die neue Technologie wird von Vattenfall in Zusammenarbeit mit der BTU Cottbus im traditionsreichen Lausitzer Braunkohle-Revier entwickelt.

Innovativ ist auch die Bioenergie-Branche: In Rathenow ist eine der ersten Biogasanlagen Deutschlands entstanden, in der Biogas auf Erdgasqualität aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist wird. Insgesamt bestehen derzeit im Land 156 Biogas-Anlagen mit einer installierten Leistung von 98 MW. In rund 20 Biomasseheizkraftwerken (160 MW) werden hauptsächlich Alt- und Restholz aus der holzverarbeitenden Industrie eingesetzt. Brandenburg ist zudem Deutschlands größter Biokraftstoff-Produzent - mit fast einer Million Tonnen Biodiesel und Bioethanol jährlich.

Groß geschrieben wird auch die stetige Erhöhung der Energieeffizienz - in Wirtschaft, Gebäuden und Haushalten. Brandenburg hat sich mit der Energiestrategie 2020, verbunden mit dem „Landespolitischen Maßnahmenkatalog zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ das Ziel gesetzt, den Endenergieverbrauch im Land bis zum Jahr 2020 um 13 Prozent zu senken, ein Prozent pro Jahr!

Ein Weg zu mehr Energieeffizienz sind der Leichtbau und der Einsatz neuer Werkstoffe und Materialien. Hier weist Brandenburg Kompetenzen insbesondere mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerfoschung (IAP) in Potsdam, der Fraunhofer-Einrichtung für Polymermaterialien und Composite (PYCO) in Teltow sowie mit dem Forschungszentrum für Leichtbauwerkstoffe Panta Rhei gGmbH an der BTU Cottbus.

Der Anteil Erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch soll von 6,2 Prozent auf 20 Prozent in 2020 steigen. Dabei sollen vor allem Solarenergie, Biomasse und Windkraft ausgebaut bzw. in ihrer Leistung gesteigert werden.

Zielsetzung ist zudem die Senkung der CO2-Emmissionen bis 2020 gegenüber dem Ausgangswert von 1990 um 36,4 Mio. t (= 40 %) und bis 2030 um weitere 31,8 Mio. t (= 35 %). Möglich werden soll dies neben höherer Energieeffizienz vor allem durch den künftigen Einsatz CO2-armer Kraftwerkstechnologie (CCS) bei der Braunkohleverstromung.